Hypothekarverschuldung

Beirat empfiehlt Änderung der Besteuerung von Wohneigentum u. a. wegen andauernden Niedrigzinsen

Hypothekenvergleich: Hypo-Börse

Wer – wie der Autor dieser Zeilen vor 20 Jahren – neu in die Schweiz einreist, kennt es gar nicht:

In der Schweiz ist es attraktiv, Schulden in Form von einer Hypothek auf einer Immobilie zu haben.

Weil man dies steuerlich abziehen kann (die Schuldzinsen etc.) vom sogenannten Eigenmietwert.

Denn selbst Immobilien, die gar nicht vermietet werden und selbst-bewohnt werden, werden in der Schweiz fiktiv besteuert.

Man muß die Mieten versteuern, die man selber als „Eigenmieter“bzw. „sein eigener fiktiver Mieter“, als Besitzer der Liegenschaft (Wohnung oder Haus) bezahlen würde, wäre man nicht Eigentümer, sondern sein eigener Mieter. Als wenn man vermieten würde an eine Drittperson wird gleichbehandelt wie die Immobilie selbst zu bewohnen. (steuerlich gleichbehandelt)

Aktuell befaßt sich der Bundesrat der Schweiz mit dem sogenannten Eigenmietwert, einem Schweizer Unikum.

Schweizer Zeitung berichtet (Auszug):

Der Bundesrat ist an seiner Sitzung vom 16. Januar 2019 über den Jahresbericht des Beirates Zukunft Finanzplatz informiert worden. Thematische Schwerpunkte im Jahr 2018 bildeten die Stärkung des Kapitalmarkts und die Situation auf dem Schweizer Immobilienmarkt.

Der Beirat analysierte unter anderem in einer separaten Stellungnahme die Situation auf dem Schweizer Immobilienmarkt.

Eigenmietwert-Besteuerung macht es attraktiv, Schulden zu haben, niedrige Zinsen machen Hypotheken ebenfalls attraktiv

Die Hypothekarverschuldung in der Schweiz ist aufgrund der langanhaltenden Tiefzinsperiode und der steuerlichen Anreize bei der Wohneigentumsbesteuerung hoch und wächst schneller als die Gesamtwirtschaft.

Aus Sicht des Beirates sollte der Systemwechsel der Wohneigentumsbesteuerung, wie er in seiner Empfehlung von März 2016 formuliert wurde, so rasch wie möglich an die Hand genommen werden.

Hintergrund ist hier, daß es – anders als in Deutschland oder zum Beispiel auch Österreich – in der Schweiz attraktiv ist, Schulden (Hypotheken) auf Immobilien zu haben.

Denn wer Schulden, eine Hypothek auf der Liegenschaft hat, kann die Hypothekarkosten steuerlich geltend machen und so seine Steuerschulden mindern, die durch den fiktiven Eigentmietwert enstehen.

Nachdem sich im Bereich der Wohnrenditeliegenschaften substanzielle Risiken für die Finanzstabilität aufgebaut haben, empfiehlt der Beirat, weitere dämpfende Maßnahmen in Betracht zu ziehen, die dem Aufbau dieser Risiken Einhalt gebieten.

(Quelle, ganzer Bericht)

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